Lågaros

In der Nacht war es wesentlich kälter, etwa minus 14 Grad. Morgens müssen wir die Schneeheringe regelrecht aus dem Eis ausgraben. Entsprechende Vorsicht ist angesagt, die Alu-Schaufeln kommen bei Eis schnell an ihre Grenzen.

Die Spur von Sandhaug nach Lågaros scheint weniger begangen zu sein, es sind weniger Skispuren zu sehen, dafür Spuren von Rentieren und immer wieder Schneehühner. Mal nur zu hören, mal zu sehen. Perfekt die Tarnung im Schnee.

Den ganzen Tag strahlt die Sonne. Perfekte Sicht über die Weiten der Hardangervidda. Eine ausführliche Mittagspause – für manchen mit Mittagsschlaf – machen wir in der Lagaroshütte. Die Hütte ist offen, vier junge Dänen haben dort übernachtet und sind noch dort.

Wir ziehen weiter, jetzt immer nach Norden, in Richtung Rauhellern. Meist eben über Seen und Moorgebiete gleiten wir über die Hochebene.

Man mag sich nicht vorstellen, wie schwierig es ist, den Weg zu finden, wenn die Strecke nicht markiert ist und vielleicht noch ein Schneesturm pfeift und die Sicht nimmt. Bereits bei geringen Windgeschwindigkeiten wird die Sicht durch den aufgewirbelten Schnee sehr stark beeinträchtigt.

Im Gegensatz zu Schweden werden in Norwegen viele Winterwege nur im Frühjahr bis über Ostern „gekvistet“, d.h. mit Birkenreis markiert. In Schweden sind in der Regel die Winterwege mit wetterfesten Markierungen ("Andreaskreuze") versehen.

Als wir am späten Nachmittag einen kleinen Pass überwinden müssen, beschließen wir, an exponierter Stelle zu übernachten. Etwas erhöht, damit wir nicht in einem „Kältesee“ aufwachen.

Wir haben fantastische Aussicht, sitzen noch lange in der Sonne, selbst das Zelt trocknet noch vollständig. Die Nacht wird mit minus 16 Grad wieder frisch, in unseren Schlafsäcken ist dies nach den Erfahrungen im Vindelfjäll in vergangenen Jahr (- 30 Grad) jedoch nicht wirklich ein Problem.

25 Kilometer

Weiter: Rauhellern und Heinseter

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