Aulendorf - Kassel

05:00 Uhr klingelt der Wecker. Es sind über 36°C angesagt, die befürchtete Hitze treibt uns früh aus dem Bett. Bereits um 06:30 Uhr sitzen wir auf dem Rad und zügig in Richtung Norden. Ein Cappuccino in Laupheim und weiter geht es Richtung Ulm. 

Der Schneider von Ulm hat hier in Form eines sündhaft teuren Turms ein Denkmal bekommen. Mit der heutigen Technik hätte er es sicher über die Donau geschafft. Kurz vor Günzburg wird es richtig heiß. Wir retten uns in einen Biergarten mit netter Livemusik.

(107 Kilometer Aulendorf - Günzburg)

Nach unruhiger Nacht durch nervige Mitmenschen auf dem Campingplatz geht es über Dillingen quer durch den Wald an den Kraterrand vom Nördlinger Ries. Die herrliche Stimmung entschädigt uns für die entgangene Nachtruhe.

Im sehenswerten Nördlingen ist erst einmal eine größere Pause angesagt. Selbst im Schatten hält man es kaum aus. Auf dem Rad haben wir wenigstens den Fahrtwind . Aufgrund der Hitze haben wir auch kaum Lust zum fotografieren. Das Nördlinger Ries ist relativ schnell durchquert. Am nördlichen Rand ist die Bundesstraße wegen Bauarbeiten noch gesperrt. Auf nagelneuem Asphalt können wir das leichte Gefälle bis kurz vor Dinkelsbühl gut ausnutzen. In der historischen Stadt suchen wir ein schattiges Plätzchen, ein Lebensmittelgeschäft hat am Sonntag geöffnet und wir können kühles Wasser und eine Cola in uns hineinschütten. Da es noch früh am Tag ist, wollen wir noch 30 Kilometer weiter nach Schillingsfürst radeln. Der Campingplatz dort liegt leider auf einer Anhöhe, ziemlich kaputt kommen wir dort gegen 18:30 Uhr an.

(134 km Nähe Günzburg - Dillingen - Nördlingen - Dinkelsbühl - Schillingsfürst)

Leider war auch diese Nach von tierischem Lärm in wahrsten Sinne geprägt. In den Kiefern über uns hörten wir die Eulen nur zu deutlich (Hörprobe auf Wickipedia: Eule (Weibchen)Eule (Männchen)

Der frühe Start ist für uns schon fast Gewohnheit. Leider erwischen wir in Schillingsfürst nicht den direkten Weg nach Rothenburg/Tauber, sondern den „Bäumchen-Weg“, also eine Radroute die eher Umwege in Kauf nimmt und dafür landschaftliche Schönheiten bietet. Leider verlaufen diese Wege häufig auf Kies- und Sandwegen und sind für unser schwer beladenes Reisetandem manchmal schlecht zu befahren. Nicht destotrotz sind wir bereits gegen 08:00 Uhr in  Rothenburg/Tauber. Fast allein können wir die schöne Altstadt in dieser sonst so überlaufenen Stadt genießen.

Von Rothenburg aus geht es zunächst erfrischend das Taubertal hinunter. Margot kann sogar den langen Pullover noch gut gebrauchen. Ein leichtes Auf und Ab im Taubertal über Creglingen bis Bieberehren. Dort wechseln wir auf den Gaubahnradweg. Auf der ehemaligen Bahnstrecke geht es zunächst leicht bergauf, dann meist eben, bis es nach rund 30 Kilometern sehr angenehm und flott nach Ochsenfurt geht. Wir haben zudem noch Rückenwind, während einige Familien mit kleineren Kindern in der Gegenrichtung eher einen überhitzten und verzweifelten Eindruck machen. Die Verbindung über den Gaubahnradweg vom Tauber- ins Maintal ist wesentlich flacher wie der Taubertalradweg und sehr zu empfehlen, so ist zumindest unser Eindruck nach der 2. bzw. 3. Befahrung. Nach ausführlicher Pause in der schönen Innenstadt von Ochsenfurt wechseln wir die Mainseite und radeln bei Gluthitze nach Würzburg. 

In Würzburg sind wir zuerst geneigt uns ein kühles Hotel mit Klimaanlage zu suchen, um aus der Hitze heraus zu kommen. Wir entscheiden uns doch für den Biomarkt. Mit er frischendem Joghurt, Früchten und kaltem Wasser im Gepäck verlassen wir die Stadt in Richtung Gemünden. In Karlsstadt ist nochmals eine Trinkpause und ein Fußbad im lauwarmen Brunnen angesagt.

(145 Kilometer Schillingsfürst - Rothenburg - Bieberehren - Ochsenfurt - Würzburg - Gemünden)

Diese Nacht wird zumindest etwas ruhiger, obwohl in Gemünden mehrere Bahnlinien kreuzen. Früh am Morgen geht es das schöne Sinntal hinauf. In der Mittagshitze über die Rhön bei Uttrichshausen (vielen bekannt als Rastätte an der A7), mit einigen Gegenanstiegen kommen wir etwa 20 Kilometer vor Fulda auf den Fuldaradweg. Fulda ist schön, uns jedoch zu voll und gerade in Coronazeiten zu rummelig. Nach einem großen Eisbecher geht es bei Gewitterluft in Richtung Schlitz. Kurz vor Schlitz holt uns doch noch ein kräftiger Gewitterschauer ein. Irgendwann finden wir den von den Campern teilweise selbstverwalteten Platz. Obwohl wir schon fast 130 Kilometer in den Beinen haben, lassen wir uns eine kleine Stadtrundfahrt oder besser gesagt„ ein Stadtschieben“ nicht entgehen. Das ruppige Kopfsteinpflaster und die steilen Gassen fordern Tribut.

(128 Kilometer Gemünden - Sinntal - Fulda - Schlitz)

Früh am Morgen dampfen die Wiesen noch. Wir wollen heute nach Kassel, dort möchten wir Johanna und Susanne besuchen. Der Fuldaradweg ist  durchgehend gut ausgebaut. Zum zweiten Frühstück um 10:00 Uhr haben wir bereits 60 Kilometer „runter“ und können in der schönen Kleinstadt Rotenburg/Fulda nochmals ausgiebig frühstücken.

 

Weitere 65 Kilometer sind es nach Kassel-Hardeshausen. Besonders schön finden wir Melsungen. Die Luft wird im Laufe des Tages im schwüler, wir treten in die Pedale und können dem drohenden Gewitter entgehen.

Zu den nächsten Etappen:

Kassel - Cuxhaven

 

 

 

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