Lüneburg - Saalfeld

Lange sind wir unschlüssig, auf welcher Route wir nach Süden radeln sollen. Über Braunschweig, Göttigen, Kassel, Frankfurt und Heidelberg oder der Elbe und Saale entlang über den Thüringer Wald. Wir entscheiden uns letztlich für die zweite Variante, wollen jedoch noch einen Abstecher ins Wendland machen. Zunächst geht es nach Bleckede und dann auf dem Elbdeich entlang nach Hitzacker. Zwischendurch wird ein

mal die die Uferseite gewechselt, so dass wir auch ein kleines Stück in Mecklenburg-Vorpommern unterwegs sein werden. Es immer noch sehr heiß, wir sind froh, dass zumindest auf dem Deich ein leichtes Lüftchen weht. Hitzacker gefällt uns sehr gut. Ein gemütliches Städtchen, ab und an sieht man Spuren der wendländischen Protestkultur (gegen das Endlager Gorleben). Wir fühlen uns wohl.

Beeindruckend die Rundlingsdörfer im Wendland. Sie sind vermutlich im 11. oder 12. Jahrhundert entstanden, über die genaue Entstehungsgeschichte gibt es verschiedenen Theorien Rundlingsdörfer (externer Link)

Nach einer kurzen Pause in Lüchow geht es weiter durch riesige Felder an den Arendsee. Der vermeintlich geöffnete Campingplatz hat leider geschlossen. Die ganze Stadt Arendsee verströmt für uns den Geruch alter Zeiten. Nach einer Hotelübernachtung geht es quer durch die Altmark (Sachsen-Anhalt) nach Stendal. Etliche Dörfer sind kaum bewohnt, ein Café oder eine Bäckerei suchen wir oft vergebens. Die Sonne brennt wieder erbarmungslos auf das ohnehin schon vertrocknete Land, die Traktoren und Mähdrescher wirbeln große Staubwolken auf. In einem Eiscafé in Stendel genehmigen wir uns eine großen Eisbecher.

Nachdem wir irgendwann durch Industriebrachen und über verschiedenste Eisenbahnstrecken gefunden haben, erreichen wir Tangermünde. Ein unerwartetes touristische Highlight. Schöne renovierte Häuser in einer wunderbaren Altstadt. Am Yachthafen hätten wir die Gelegenheit zu zelten. Wir radeln noch einige Kilometer weiter. Jetzt wieder auf dem Elberadweg finden wieder eine angemessene touristische Infrastruktur. Ab und zu ein Rastplatz, gelegentlich ein kleiner Laden und in unregelmäßigen Abständen diverse Campingplätze. Meist geht die Route über wenig befahrene Landstraßen, etwa 30 Kilometer vor Magdeburg queren wir auf einer Fähre die Elbe.

Kurz vor Magdeburg kommen wir an dem riesigen Wasserstraßenkreuz Hohenwarthe vorbei. Die Elbe wird mit einer riesigen Schiffbrücke vom MIttellandkanal überquert, kurz danach geht der Mittellandkanal in den Elbe-Havel-Kanal über. Dem Vernehmen nach ist jedoch die wirtschaftliche Nutzung durchaus steigerungsfähig. Wir radeln weiter auf der rechten Elbseite durch eine parkartige Landschaft am Rande der Elbe. Die große Industriezonen von Magdeburg sehen wir von weitem. Auf dem linken Elbufer geht es die Flaniermeile entlang, in der Stadt erst sehr schön, in den südlichen Vororten hält sich unsere Begeisterung in Grenzen.

In Schöneburg verlassen wir die Elbe und radeln direkt nach Calbe. Dort erreichen wir den Saaleradweg. Der Saaleradweg ist zumindest in dieser Region gut ausgebaut, relativ schnell erreichen wir Bernburg mit seinen Salinen. „Die Gelegenheit den Salzbedarf zu decken“

Am nächsten Tag geht es weiter nach Halle. Die Einfahrt in den Stadt gestaltet sich angenehm, durch einen riesigen Park mit joggenden und picknickenden Hallensern war eine Pause in der Innenstadt angesagt.

Die Weiterfahrt nach Halle hat uns dagegen wenig erfreut. Viele Plattenbauten nicht nur bei Wohnhäusern, sondern auch beim Radweg. Wir sind froh, wieder aus der Stadt zu kommen. Der Saale entlang geht es immer wieder bergauf und bergab, je weiter wir uns Nienburg nähern, um so freundlicher wird die Landschaft. Im Gebiet Saale / Unstrut gibt es es Weinbau, teilweise nette Orte. Menschen und Landschaft verändern sich unserer Ansicht nach zum positiven, wenn Wein angebaut wird.

Vor Jahren sind wir diesen Teil des Saaleradwegs auf unserer Tour von Aulendorf nach Rostock schon einmal gefahren. Wir kennen jedoch allenfalls noch die Ortschaften. Der Radweg selbst wurde bis auf wenige Ausnahmen qualitativ stark verbessert! Eine dieser Ausnahmen ist der beschilderte Weg über die Rudelburg. Steil, unbefestigt und teilweise ausgewaschen ist dieses Teilstück mit einem voll beladenen Reisetandem kaum zu befahren. Wir kehren um und benutzen die Talroute.

Ansonsten ist der Weiterweg nach Jena gut zu befahren. In Jena bemerkt man studentisches Leben, entsprechend viele Radfahrer sind dort unterwegs. Saaleaufwärts zieht es sich etwas bis Rudolstadt. Wir radeln weiter bis Saalfeld. Der dortige Campingplatz schreckt uns ab, wir entscheiden uns für eine Hotelübernachtung.

Den Thüringer Wald überqueren wir mit dem Zug.

Nächster Abschnitt: Saalfeld - Kronach - Lauda

Nach oben

 

 

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.